Updated 4 July 2026 · Reviewed by US GAAP Buddy Editorial Team
ASC 470 regelt die Bilanzierung von Schulden und enthält spezifische Anforderungen zur Klassifizierung und Bewertung von Schuldverpflichtungen. Die Behandlung hängt von der Art der Schuld und ihren Merkmalen ab.
Die wichtigste Unterscheidung in ASC 470 ist die Klassifizierung zwischen kurzfristigen und langfristigen Schulden (ASC 470-10-45-11). Eine Schuld wird als kurzfristig klassifiziert, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanztag fällig wird oder wenn eine Refinanzierungsmöglichkeit nicht nachgewiesen wird. Langfristige Schulden sind solche, die nach diesem Zeitraum fällig werden.
Eine kritische Klassifizierungsregel betrifft Schuldverträge mit Covenant-Verstößen (ASC 470-10-45-12). Wenn ein Unternehmen gegen einen Schuldenvertrag verstößt und der Kreditgeber das Recht hat, die Schuld fällig zu stellen, muss die Schuld als kurzfristig klassifiziert werden – es sei denn, der Kreditgeber hat dem Unternehmen schriftlich verzeihen oder die Frist zur Heilung ist vorbei.
Schulden werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten (amortized cost) bewertet (ASC 470-10-30-1). Dies bedeutet, dass der ursprüngliche Schuldenbetrag um Rückzahlungen reduziert und Abgaben (wie Gebühren oder Diskonte) über die Laufzeit amortisiert werden.
Für Schuldenmodifizierungen und Umstrukturierungen (ASC 470-60) müssen Unternehmen beurteilen, ob die Änderung wesentlich ist. Wesentliche Modifizierungen führen zur Abschreibung der ursprünglichen Schuld und zur Erfassung einer neuen Schuld.
In-Substance-Defeasance wird unter ASC 470-50 behandelt, ermöglicht aber nur in begrenzten Fällen eine Schuldenentlastung.
Die konsistente Anwendung dieser Klassifizierungs- und Bewertungsregeln ist entscheidend für genaue Finanzberichterstattung und Offenlegung.